Florida Reiseführer: Sehenswürdigkeiten, Highlights & Reisetipps
Florida Reiseführer mit Roadtrip-Routen, Städten, Stränden, Nationalparks, Klima, Geheimtipps und praktischen Tipps für Ihre Reiseplanung.
Florida zwischen Atlantik, Golfküste und Tropenlicht
Florida liegt im äußersten Südosten der USA und ragt wie ein langer, flacher Finger zwischen den Atlantischen Ozean und den Golf von Mexiko. Kein anderer US-Bundesstaat verbindet tropische Inselketten, endlose Sandstrände, Sumpflandschaften, Raumfahrtgeschichte, kubanisch geprägte Stadtviertel und Freizeitparks in dieser Dichte.
Die Geografie bestimmt das Reisegefühl. Im Norden erinnert Florida vielerorts noch an den amerikanischen Süden mit alten Eichen, spanischem Moos, kleinen Universitätsstädten und Plantagenhäusern. Zentralflorida ist geprägt von Seen, Zypressen, Orangenhainen und den Themenwelten rund um Orlando. Südflorida wirkt deutlich karibischer: Palmen, Mangroven, Art-déco-Fassaden, Salsa-Rhythmen und das türkisfarbene Wasser der Keys.
Was Florida als Reiseziel besonders macht
Florida ist kein Ziel, das man nur über eine einzige Stadt versteht. Wer den Bundesstaat wirklich erleben möchte, sollte ihn in Etappen bereisen. Zwischen Pensacola im Nordwesten und Key West im Süden liegen mehr als 1.300 Straßenkilometer. Die Küsten unterscheiden sich stark: Die Atlantikseite ist lebhafter, welliger und urbaner. Die Golfküste ist ruhiger, wärmer und oft ideal für Sonnenuntergänge.
Typisch für Florida sind:
- lange Küstenstraßen mit Blick auf Wasser, Dünen, Brücken und Lagunen
- riesige Feuchtgebiete wie die Everglades und Big Cypress
- multikulturelle Städte wie Miami, Tampa, St. Petersburg und Fort Lauderdale
- ikonische Roadtrips über den Overseas Highway nach Key West
- Wildlife-Erlebnisse mit Alligatoren, Manatees, Delfinen, Pelikanen und Meeresschildkröten
Kurze Fakten zu Florida
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Hauptstadt | Tallahassee |
| Größte Stadt | Jacksonville |
| Einwohnerzahl | rund 22 Millionen |
| Fläche | etwa 170.300 Quadratkilometer |
| Zeitzone | Eastern Time, im westlichen Panhandle teilweise Central Time |
| Spitzname | The Sunshine State |
| Aufnahme in die USA | 3. März 1845 als 27. Bundesstaat |
| Höchster Punkt | Britton Hill, 105 Meter |
| Bekannteste Sehenswürdigkeit | Walt Disney World Resort bei Orlando und die Florida Keys |
Die Geschichte Floridas: Spanische Festungen, Seminolen und Raumfahrt
Von den ersten Bewohnern bis zur spanischen Kolonie
Lange vor europäischen Karten lebten in Florida indigene Völker wie die Calusa, Apalachee, Timucua und Tequesta. Sie siedelten an Küsten, Flüssen und Seen, bauten Kanäle, Fischfallen und Muschelhügel. Besonders an der Golfküste zeugen heute archäologische Stätten wie der Crystal River Archaeological State Park von dieser frühen Geschichte.
1513 erreichte der spanische Entdecker Juan Ponce de León die Halbinsel und nannte sie La Florida. Die älteste dauerhaft von Europäern gegründete Stadt der heutigen USA ist St. Augustine, gegründet 1565. Noch heute stehen dort das Castillo de San Marcos, enge Gassen, Innenhöfe und koloniale Häuser. Wer Geschichte nicht nur lesen, sondern durchlaufen möchte, sollte St. Augustine mindestens eine Nacht widmen.
Britische Phase, US-Beitritt und Seminolenkriege
Florida wechselte mehrfach zwischen spanischer und britischer Kontrolle, bevor es 1821 an die Vereinigten Staaten fiel. Die folgenden Jahrzehnte waren von Konflikten mit den Seminolen geprägt. Die Seminole Wars gehören zu den längsten und härtesten Auseinandersetzungen zwischen den USA und indigenen Völkern. Viele Seminolen zogen sich in die schwer zugänglichen Sümpfe Südfloridas zurück, wo ihre Kultur bis heute präsent ist.
Im 20. Jahrhundert wandelte sich Florida rasant. Eisenbahnunternehmer wie Henry Flagler erschlossen die Ostküste, bauten Hotels und verlängerten die Florida East Coast Railway bis nach Key West. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen Rentner, Familien, Touristen und Investoren in großer Zahl. Mit dem Kennedy Space Center an der Space Coast wurde Florida zudem zum Symbol des amerikanischen Raumfahrtzeitalters.
Die schönsten Städte in Florida
| Stadt | Region | Charakter und Reisetipp |
|---|---|---|
| Miami | Südostflorida | Kubaner-Viertel, Art déco, Strände, Nachtleben und Ausgangspunkt zu den Everglades |
| Orlando | Zentralflorida | Freizeitparks, Seen, Shopping, Familienhotels und gute Basis für Tagesausflüge |
| Tampa | Golfküste | Historisches Ybor City, Riverwalk, Aquarium und Nähe zu Clearwater Beach |
| St. Petersburg | Tampa Bay | Kunstmuseen, Murals, Pier, schöne Strände auf den vorgelagerten Inseln |
| Key West | Florida Keys | Inselatmosphäre, Hemingway-Haus, Sonnenuntergänge am Mallory Square |
| St. Augustine | Nordostküste | Kolonialgeschichte, Festung, Altstadt und ruhige Atlantikstrände |
| Sarasota | Golfküste | Kultur, Siesta Key, Ringling Museum und gepflegte Restaurantszene |
| Naples | Südwestflorida | Elegante Strandstadt, Botanischer Garten, Everglades-Zugang und Sonnenuntergänge |
| Fort Lauderdale | Südostflorida | Kanäle, Strände, Las Olas Boulevard und entspannter als Miami Beach |
| Tallahassee | Nordflorida | Hauptstadt, Universitäten, Eichenalleen und Südstaatencharme |
Miami: Karibisches Amerika mit urbaner Kante
Miami ist Floridas internationalste Stadt. In Little Havana riecht es nach kubanischem Kaffee, Zigarren und frittierten Empanadas. Die Calle Ocho ist kein Museumsviertel, sondern ein lebendiger Stadtteil mit Domino-Spielern im Máximo Gómez Park, kleinen Bäckereien und Musik aus offenen Türen.
South Beach liefert das klassische Bild mit pastellfarbenen Art-déco-Hotels am Ocean Drive. Interessanter wird Miami aber abseits der Postkartenmotive. In Wynwood bedecken Murals ganze Lagerhallen. Im Design District treffen Galerien, Architektur und Modehäuser aufeinander. Coconut Grove wirkt grüner und entspannter, während Brickell mit Hochhäusern und Rooftop-Bars eine fast lateinamerikanische Business-Metropole bildet.
Orlando: Mehr als Achterbahnen und Themenhotels
Orlando ist weltbekannt durch Walt Disney World, Universal Orlando Resort und SeaWorld. Viele Besucher unterschätzen jedoch die Stadt selbst. Downtown Orlando besitzt mit dem Lake Eola Park einen schönen Mittelpunkt. In Vierteln wie Winter Park finden Sie Backsteinhäuser, Boutiquen, Museen, Bootstouren durch schmale Kanäle und ausgezeichnete Restaurants.
Wenn Sie Freizeitparks besuchen möchten, planen Sie großzügig. Magic Kingdom, EPCOT, Disney’s Animal Kingdom, Disney’s Hollywood Studios, Universal Studios Florida und Islands of Adventure füllen problemlos mehrere Tage. Wer nur wenig Zeit hat, sollte nicht versuchen, alles in zwei Tage zu pressen. Florida belohnt Reisende, die Pausen einbauen.
Tampa, St. Petersburg und Clearwater: Die vielseitige Bucht
Die Region Tampa Bay verbindet Stadtleben, Strände und Kultur besonders gut. In Tampa lohnt sich ein Spaziergang über den Riverwalk, ein Besuch im Florida Aquarium und ein Abend in Ybor City. Das historische Viertel wurde von kubanischen, spanischen und italienischen Zigarrenarbeitern geprägt. Heute sitzen Bars, Cafés und Musikclubs in alten Backsteingebäuden.
St. Petersburg wirkt künstlerischer. Das Dalí Museum, die Waterfront, der neue Pier und zahlreiche Wandbilder machen die Stadt ideal für zwei entspannte Tage. Die Strände von Clearwater Beach, St. Pete Beach, Pass-a-Grille und Fort De Soto Park zählen zu den angenehmsten Badezielen an der Golfküste.
St. Augustine und Jacksonville: Floridas Norden zeigt Charakter
St. Augustine ist ein Muss für Reisende, die Florida nicht nur als Strandziel sehen. Das Castillo de San Marcos aus Muschelkalk, die St. George Street, das Lightner Museum und die Bridge of Lions erzählen von Jahrhunderten spanischer, britischer und amerikanischer Einflüsse.
Jacksonville ist flächenmäßig die größte Stadt der USA auf dem Festland und wird oft unterschätzt. Die Stadt bietet breite Atlantikstrände, den Timucuan Ecological and Historic Preserve, den Cummer Museum of Art and Gardens und entspannte Küstenorte wie Atlantic Beach und Neptune Beach. Für Individualreisende ist Jacksonville ein guter Einstieg in das weniger touristische Nordostflorida.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
| Sehenswürdigkeit | Ort | Besonderheit |
|---|---|---|
| Everglades National Park | Südflorida | UNESCO-Welterbe mit Mangroven, Sawgrass-Prärien, Alligatoren und seltenen Vögeln |
| Walt Disney World Resort | Lake Buena Vista bei Orlando | Größter Freizeitparkkomplex der Region mit vier Hauptparks |
| Universal Orlando Resort | Orlando | Filmwelten, Achterbahnen und Themenbereiche wie The Wizarding World of Harry Potter |
| Kennedy Space Center | Merritt Island | Raumfahrtgeschichte, Raketen, Space Shuttle Atlantis und Startplätze der NASA |
| Overseas Highway | Florida Keys | Straße über Inseln und Brücken von Key Largo bis Key West |
| South Beach Art Deco District | Miami Beach | Historische Pastellarchitektur, Strandpromenade und Nachtleben |
| Castillo de San Marcos | St. Augustine | Älteste steinerne Festung der kontinentalen USA |
| Dry Tortugas National Park | Westlich von Key West | Abgelegene Inseln, Fort Jefferson, Schnorcheln und türkisfarbenes Wasser |
| Sanibel Island und J.N. Ding Darling Refuge | Golfküste bei Fort Myers | Muschelstrände, Mangroven, Vogelbeobachtung und ruhige Inselwege |
| Siesta Key Beach | Sarasota | Feiner Quarzsand, flaches Wasser und sehr schöne Sonnenuntergänge |
Nationalparks, Naturwunder und Landschaften
Everglades: Floridas wildes Wasserlabyrinth
Der Everglades National Park schützt keine klassische Sumpflandschaft, sondern einen langsam fließenden Grasfluss. Das Wasser bewegt sich vom Lake Okeechobee Richtung Florida Bay. Auf Holzstegen wie dem Anhinga Trail bei Royal Palm sehen Sie oft Alligatoren, Reiher, Kormorane, Schildkröten und manchmal sogar Schlangenhalsvögel aus nächster Nähe.
Für eine gute Everglades-Erfahrung sollten Sie verschiedene Eingänge kombinieren. Der Bereich bei Shark Valley eignet sich für Fahrradtouren zu einem Aussichtsturm. Die Straße nach Flamingo führt tiefer in den Park und endet an der Florida Bay. Dort starten Kajaktouren durch Mangrovenkanäle. Die Gulf Coast Area bei Everglades City bietet Bootstouren durch die Ten Thousand Islands.
Biscayne, Dry Tortugas und die Unterwasserwelt
Der Biscayne National Park liegt südlich von Miami und besteht größtenteils aus Wasser. Korallenriffe, Inseln wie Elliott Key und Boca Chita Key sowie klare Buchten machen ihn interessant für Schnorchler, Taucher und Kajakfahrer. Ohne Boot sieht man nur einen kleinen Teil, daher lohnt sich eine geführte Tour ab dem Besucherzentrum in Homestead.
Der Dry Tortugas National Park gehört zu den außergewöhnlichsten Zielen Floridas. Die Inselgruppe liegt rund 110 Kilometer westlich von Key West und ist per Fähre oder Wasserflugzeug erreichbar. Mittelpunkt ist Fort Jefferson, eine riesige Backsteinfestung mitten im Meer. Das Wasser ist klar, die Korallen liegen nah am Ufer, und die Abgeschiedenheit macht den Besuch unvergesslich. Buchen Sie früh, denn die Fähre ist oft lange im Voraus ausgebucht.
Quellen, Wälder und der unterschätzte Norden
Florida ist nicht überall flach, heiß und palmengesäumt. Im Norden finden Sie Kiefernwälder, klare Karstquellen und Flüsse, die sich hervorragend zum Paddeln eignen. Besonders schön sind Ichetucknee Springs State Park, Wakulla Springs State Park, Silver Springs State Park und Rainbow Springs State Park. In vielen Quellen bleibt das Wasser ganzjährig kühl und glasklar.
Der höchste Punkt Floridas, Britton Hill, liegt im Panhandle nahe der Grenze zu Alabama. Mit 105 Metern ist er kein Berg im klassischen Sinn, aber ein kurioser Stopp für Sammler geografischer Besonderheiten. Landschaftlich reizvoller sind die Dünen und weißen Strände entlang der Emerald Coast, etwa bei Destin, Grayton Beach und Santa Rosa Beach.
Klima und beste Reisezeit
Florida ist klimatisch zweigeteilt. Nord- und Zentralflorida haben subtropisches Klima mit kühleren Wintern. Südflorida und die Keys sind tropischer, wärmer und feuchter. Die Jahreszeiten unterscheiden sich weniger durch Temperatur als durch Luftfeuchtigkeit, Regenwahrscheinlichkeit und Hurrikanrisiko.
| Jahreszeit | Typische Temperaturen | Reiseempfehlung |
|---|---|---|
| Dezember bis Februar | Nordflorida 10 bis 22 Grad, Südflorida 18 bis 27 Grad | Sehr angenehm für Miami, Keys, Everglades und Golfküste. In Orlando teils kühl am Abend. |
| März bis Mai | 20 bis 31 Grad | Eine der besten Reisezeiten. Weniger schwül, gute Badetemperaturen, schöne Bedingungen für Roadtrips. |
| Juni bis August | 25 bis 34 Grad | Heiß, feucht, nachmittags Gewitter. Gut für Badeurlaub, aber anstrengend für Städte und Parks. |
| September bis November | 22 bis 31 Grad | September noch feucht und hurrikangefährdet. Oktober und November oft angenehmer und günstiger. |
Wann Sie wohin reisen sollten
Für die Everglades eignet sich die Trockenzeit von Dezember bis April besonders gut. Dann sind weniger Mücken unterwegs, die Wege sind besser zugänglich und Tiere sammeln sich an Wasserstellen. Für Strandurlaub an der Golfküste sind März bis Mai sowie Oktober und November ideal.
Die Hurrikansaison dauert offiziell von Juni bis November, mit Schwerpunkt von August bis Oktober. Das bedeutet nicht, dass Sie in dieser Zeit nicht reisen können. Sie sollten aber flexible Buchungen wählen, Wetterwarnungen verfolgen und bei Inselaufenthalten auf den Keys oder an der Golfküste besonders aufmerksam bleiben.
Die schönsten Regionen des Bundesstaates
Die Florida Keys: Inselkette mit weitem Horizont
Die Florida Keys beginnen südlich von Miami und ziehen sich über Key Largo, Islamorada, Marathon und Big Pine Key bis Key West. Der Overseas Highway, offiziell U.S. Highway 1, überquert Brücken, Lagunen und Koralleninseln. Die bekannteste Brücke ist die Seven Mile Bridge bei Marathon.
Key Largo eignet sich für Schnorchel und Tauchgänge im John Pennekamp Coral Reef State Park. Islamorada gilt als Sportfischerzentrum. Marathon besitzt mit dem Turtle Hospital und dem Sombrero Beach gute Stopps für Familien. Auf Big Pine Key leben die kleinen Key Deer, eine seltene Hirschart. Key West schließlich verbindet karibische Gelassenheit, historische Holzhäuser, Bars, Gärten und eine lange literarische Tradition.
Die Golfküste: Weicher Sand und ruhiges Wasser
Floridas Golfküste ist ideal, wenn Sie entspannte Strände, warme Sonnenuntergänge und kleinere Küstenorte suchen. Anna Maria Island, Longboat Key, Siesta Key, Sanibel Island, Captiva, Marco Island und Naples haben jeweils ihren eigenen Charakter.
Sanibel und Captiva sind bekannt für Muscheln, Radwege und Naturgebiete. Sarasota punktet mit dem Ringling Museum, dem Marie Selby Botanical Gardens und einer gepflegten Kulturszene. Weiter südlich wird Naples eleganter, teurer und ruhiger. Von dort erreichen Sie schnell den westlichen Zugang zu den Everglades.
Der Panhandle: Floridas weißer Norden am Golf
Der Florida Panhandle wird von vielen internationalen Reisenden ausgelassen, obwohl seine Strände zu den schönsten des Bundesstaates zählen. Orte wie Pensacola Beach, Navarre Beach, Destin, Seaside, Grayton Beach und Panama City Beach liegen an hellen Sandstränden und smaragdgrünem Wasser.
Besonders reizvoll ist der Scenic Highway 30A zwischen Rosemary Beach, Seaside, WaterColor und Grayton Beach. Die Architektur ist gepflegt, die Küste sanft, die Atmosphäre deutlich südstaatlicher als in Miami oder Orlando. Wer schon mehrfach in Florida war, findet hier ein anderes Reisetempo.
Die beste Route für eine Rundreise durch Florida
Eine gelungene Florida-Rundreise verbindet Städte, Natur, Strände und Inseln, ohne jeden Tag zu viel Fahrzeit zu erzeugen. Für Erstbesucher empfehle ich eine Route von 14 bis 17 Tagen. Sie startet in Miami und endet dort wieder. So vermeiden Sie teure Einwegmieten und erleben die wichtigsten Landschaften.
| Tag | Station | Empfehlung |
|---|---|---|
| 1 bis 3 | Miami und Miami Beach | South Beach, Wynwood, Little Havana, Coconut Grove, Key Biscayne |
| 4 | Everglades National Park | Anhinga Trail, Shark Valley oder Bootstour ab Everglades City |
| 5 bis 6 | Naples und Marco Island | Strand, Naples Pier, Ten Thousand Islands, Botanischer Garten |
| 7 bis 8 | Sarasota, Siesta Key oder Anna Maria Island | Ringling Museum, Siesta Beach, Sonnenuntergang an der Golfküste |
| 9 bis 10 | Tampa Bay und St. Petersburg | Ybor City, Dalí Museum, Fort De Soto Park, Clearwater Beach |
| 11 bis 13 | Orlando | Disney, Universal, Winter Park oder Kennedy Space Center als Tagesausflug |
| 14 | Space Coast | Cocoa Beach, Kennedy Space Center, Merritt Island Wildlife Refuge |
| 15 bis 16 | Florida Keys | Key Largo, Islamorada, Seven Mile Bridge, Key West |
| 17 | Rückfahrt nach Miami | Früh starten, Mietwagen abgeben, Rückflug oder Verlängerung |
Praktische Tipps zur Route
Fahren Sie die Keys nicht als Tagesausflug ab Miami, wenn Sie wirklich etwas davon haben möchten. Schon die Strecke bis Key West dauert ohne längere Stopps rund dreieinhalb bis vier Stunden. Mit Pausen am John Pennekamp Coral Reef State Park, in Islamorada, Marathon und auf Big Pine Key wird daraus ein voller Reisetag.
Wenn Sie Freizeitparks in Orlando intensiv besuchen möchten, erweitern Sie die Reise um zwei bis vier Tage. Für Naturliebhaber lohnt es sich, statt eines zusätzlichen Parktages den Merritt Island National Wildlife Refuge, Blue Spring State Park oder Ocala National Forest einzuplanen.
Beliebte Roadtrip-Routen in Florida
Overseas Highway: Die Straße über das Meer
Der Overseas Highway ist Floridas berühmteste Straße. Er folgt der U.S. 1 von Miami über die Keys bis Key West. Unterwegs lohnen Stopps am Dagny Johnson Key Largo Hammock Botanical State Park, am Rain Barrel Village in Islamorada, am Bahia Honda State Park und auf der alten Seven Mile Bridge, die teilweise als Fußweg zugänglich ist.
A1A: Atlantikküste mit Strandorten und Geschichte
Die State Road A1A verläuft abschnittsweise direkt entlang der Atlantikküste. Besonders schöne Strecken liegen zwischen St. Augustine Beach, Flagler Beach und Daytona Beach sowie südlich bei Delray Beach, Pompano Beach und Fort Lauderdale. A1A ist langsamer als die Interstate, aber deutlich reizvoller.
Scenic Highway 30A: Floridas gepflegte Golfküste
Im Panhandle führt der Scenic Highway 30A durch kleine Strandorte mit Veranden, Dünenwegen und Cafés. Seaside wurde durch den Film „The Truman Show“ bekannt, wirkt aber auch jenseits dieser Kulisse interessant. Grayton Beach State Park bietet Natur, Dünen, Küstenseen und gute Picknickplätze.
Freizeitmöglichkeiten und Outdoor-Aktivitäten
Wasser ist Floridas größter Spielplatz
Kaum ein anderer Bundesstaat eignet sich so gut für Aktivitäten auf und im Wasser. Sie können vor Key Largo tauchen, in Crystal River mit Manatees schnorcheln, bei Fort Myers Kajak fahren, vor Naples Delfine beobachten oder auf den Seen Zentralfloridas angeln.
Besonders lohnende Aktivitäten sind:
- Kajakfahren in den Mangroven der Ten Thousand Islands, im Loxahatchee River oder im Weedon Island Preserve
- Schnorcheln im John Pennekamp Coral Reef State Park, Dry Tortugas oder Biscayne National Park
- Radfahren auf Sanibel Island, am Pinellas Trail oder im Shark Valley der Everglades
- Wandern im Big Cypress National Preserve, im Myakka River State Park oder im Ocala National Forest
- Tierbeobachtung im Merritt Island National Wildlife Refuge, J.N. Ding Darling Refuge und Corkscrew Swamp Sanctuary
Manatees, Schildkröten und Alligatoren respektvoll erleben
Im Winter sammeln sich Manatees in warmen Quellen und Kraftwerkskanälen. Gute Beobachtungsorte sind Blue Spring State Park, Crystal River, Homosassa Springs Wildlife State Park und das Manatee Viewing Center bei Tampa. Halten Sie Abstand und berühren Sie die Tiere nicht, auch wenn sie neugierig wirken.
Meeresschildkröten nisten zwischen Frühling und Herbst an vielen Atlantikstränden. Besonders aktiv sind Strände bei Melbourne Beach, Juno Beach und entlang der Space Coast. Nachts sollten Sie Licht am Strand vermeiden. Taschenlampen, Blitzfotos und hell leuchtende Displays können Jungtiere desorientieren.
Kultur, Traditionen und Veranstaltungen
Miami, Kuba und die Kultur des Exils
Florida ist stark von Migration geprägt. In Miami spüren Sie kubanische, haitianische, venezolanische, kolumbianische und nicaraguanische Einflüsse. Little Havana ist nicht nur touristisches Schaufenster, sondern Ausdruck einer langen Exilgeschichte. Cafecito am Fenster, Domino-Tische, Zigarrenläden und lateinamerikanische Musik gehören zum Alltag.
Events, die Reisepläne beeinflussen können
Einige Veranstaltungen sorgen für volle Hotels und höhere Preise. Dazu zählen der Miami Art Week und die Art Basel Miami Beach im Dezember, das Daytona 500 im Februar, das Ultra Music Festival in Miami im März, Fantasy Fest in Key West im Oktober und Spring Break in vielen Strandorten im März.
Traditionell sind auch die vielen Seafood Festivals, etwa in Apalachicola, Marathon oder Everglades City. In Tampa erinnert die Gasparilla Pirate Festival Saison an eine fantasievolle Piratentradition mit Paraden und Booten.
Kulinarische Spezialitäten: Was Sie in Florida probieren sollten
Zwischen Kuba, Karibik und Südstaatenküche
Floridas Küche ist regional sehr unterschiedlich. In Miami bestellen Sie Cuban Sandwich, Ropa Vieja, Tostones und Café con leche. Auf den Keys gehört Key Lime Pie zum Pflichtprogramm. An der Golfküste dominieren Grouper Sandwiches, Stone Crab Claws, Shrimp, Muscheln und Austern.
Im Norden Floridas rückt die Südstaatenküche stärker in den Vordergrund. Dort finden Sie Fried Green Tomatoes, Grits, Barbecue, Pecan Pie und Catfish. Rund um Apalachicola waren Austern lange ein kulinarisches Markenzeichen, auch wenn sich Bestände und Fangregeln verändert haben.
Konkrete Food-Tipps für unterwegs
- Probieren Sie Key Lime Pie in Key West oder Islamorada, möglichst mit echter Limette und nicht zu süß.
- Bestellen Sie ein Grouper Sandwich an der Golfküste, etwa in St. Pete Beach, Sarasota oder Naples.
- Trinken Sie in Miami einen starken Cafecito am Ventanita-Fenster einer kubanischen Bäckerei.
- Suchen Sie in Tampa nach historischen Restaurants in Ybor City, wo kubanische und spanische Einflüsse besonders sichtbar sind.
- Planen Sie in Stone-Crab-Saison von Oktober bis Mai ein Seafood-Essen in Südflorida ein.
Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze
Wo Sie am besten übernachten
Die Unterkunftswahl entscheidet in Florida stark über Ihr Reiseerlebnis. In Miami Beach zahlen Sie oft für Lage, Stil und Nähe zum Strand. Wer ruhiger wohnen möchte, prüft Coconut Grove, Coral Gables oder Brickell. In Orlando sind Hotels nahe Disney oder Universal praktisch, aber nicht immer charmant. Winter Park oder Lake Buena Vista können angenehme Alternativen sein.
An der Golfküste lohnen Ferienwohnungen besonders für längere Aufenthalte. Auf Sanibel, Anna Maria Island, Siesta Key und Marco Island haben viele Unterkünfte Küchen, Waschmaschinen und Strandzugang. Auf den Keys sind Zimmer teuer, vor allem in Key West. Günstiger wird es oft auf Key Largo, Marathon oder in Homestead, wenn Sie die Keys nur teilweise erkunden möchten.
Camping und Naturunterkünfte
Florida besitzt viele gute State-Park-Campgrounds. Besonders beliebt sind Bahia Honda State Park, Fort De Soto Park, Anastasia State Park, Myakka River State Park, Grayton Beach State Park und Jonathan Dickinson State Park. Reservieren Sie früh, vor allem im Winter und an Wochenenden.
Wohnmobilreisen funktionieren gut, aber nicht überall günstig. In beliebten Küstenregionen kosten RV-Plätze teils fast so viel wie einfache Hotels. Achten Sie auf Stellplatzgröße, Stromanschluss, Schatten und Entfernung zum Strand. Wildcampen ist in Florida nur sehr eingeschränkt möglich und an Stränden meist verboten.
Anreise und Fortbewegung
Flughäfen für deutsche Reisende
Die wichtigsten internationalen Flughäfen sind Miami International Airport, Orlando International Airport, Fort Lauderdale Hollywood International Airport und Tampa International Airport. Miami eignet sich besonders für Südflorida und die Keys. Orlando ist ideal für Freizeitparks und Zentralflorida. Tampa passt gut für die Golfküste.
Fort Lauderdale ist oft eine interessante Alternative zu Miami, da Mietwagenübernahme und Hotels etwas entspannter sein können. Für den Panhandle kommen Pensacola, Destin Fort Walton Beach und Panama City infrage, meist mit Umstieg innerhalb der USA.
Auto, Mautstraßen und öffentliche Verkehrsmittel
Für eine Rundreise ist ein Mietwagen fast unverzichtbar. Florida hat breite Straßen, gute Beschilderung und viele Parkplätze, allerdings auch Staus rund um Miami, Orlando und Tampa. Mautstraßen wie der Florida Turnpike, der Alligator Alley Abschnitt der I 75 und verschiedene Expressways in Miami werden meist elektronisch abgerechnet. Klären Sie bei der Mietwagenfirma, ob SunPass oder ein vergleichbares System enthalten ist.
Öffentliche Verkehrsmittel funktionieren in Miami begrenzt mit Metrorail, Metromover und Bussen. In Orlando, Tampa und vielen Küstenorten sind sie für Urlauber weniger praktisch. Zwischen Miami, Fort Lauderdale, West Palm Beach und Orlando fährt der moderne Zug Brightline. Er kann für Städteverbindungen sinnvoll sein, ersetzt aber keinen Mietwagen für Naturparks und Strände.
Sicherheit und wichtige Hinweise für Touristen
Wetter, Tiere und Verkehr ernst nehmen
Florida ist grundsätzlich gut zu bereisen, aber einige Risiken sollte man kennen. Hitze und Luftfeuchtigkeit werden häufig unterschätzt. Trinken Sie viel, tragen Sie Sonnenschutz und planen Sie Outdoor-Aktivitäten am Morgen. Nachmittagsgewitter im Sommer können heftig sein. Bei Blitz sollten Sie Strand, Golfplatz, Boot und offene Flächen sofort verlassen.
Alligatoren kommen in Seen, Kanälen, Sümpfen und sogar in Wohngebieten vor. Halten Sie Abstand zum Wasser, besonders in der Dämmerung. Füttern Sie keine Wildtiere. In Küstengewässern sollten Sie auf Flaggenwarnungen, Strömungen und Hinweise zu Quallen oder Algenblüten achten.
Kriminalität, Parken und praktische Vorsicht
In touristischen Zonen reicht meist normale Aufmerksamkeit. Lassen Sie keine Taschen, Kameras oder Pässe sichtbar im Auto liegen, auch nicht für kurze Stopps an Stränden oder Trailheads. In Miami, Orlando und Tampa sollten Sie nachts gezielt planen, wo Sie parken und welche Viertel Sie besuchen.
Wichtige Dokumente bewahren Sie am besten getrennt auf. Für Nationalparks und State Parks lohnt sich eine Mischung aus Kreditkarte und etwas Bargeld. Viele Parkautomaten akzeptieren Karten, aber nicht alle kleineren Plätze funktionieren zuverlässig.
Wissenswerte Fakten über Florida
- Florida hat mehr als 1.300 Kilometer Küsten


