Indiana Reiseführer: Sehenswürdigkeiten, Highlights & Reisetipps
Indiana Reiseführer für Rundreisen, Städte, Natur, Roadtrips, Indiana Dunes, Indianapolis, Amish Country, Seen, Kultur und praktische Reisetipps.
Indiana zwischen Great Lakes, Maisfeldern und Rennsportmythos
Indiana liegt im Mittleren Westen der USA, dort, wo sich die Landschaft von der Industriegeschichte der Großen Seen über fruchtbare Farmlandregionen bis zu bewaldeten Hügeln am Ohio River verändert. Wer Indiana nur als Durchfahrtsstaat zwischen Chicago, Detroit, Cincinnati und Louisville betrachtet, übersieht eine ungewöhnlich vielseitige Reisedestination: Sanddünen am Lake Michigan, viktorianische Flussstädte, große Sportarenen, Amish-Dörfer, Universitätsorte, Höhlen, Wälder, Seen und einige der spannendsten Architekturorte im amerikanischen Binnenland.
Für deutschsprachige Urlauber eignet sich Indiana besonders gut als Teil einer Rundreise durch den Mittleren Westen. Der Bundesstaat ist überschaubar, die Straßen sind gut ausgebaut, die Distanzen bleiben angenehm, und viele Sehenswürdigkeiten lassen sich mit Chicago, Michigan, Kentucky oder Ohio kombinieren. Gleichzeitig lohnt sich Indiana auch als eigenständiges Reiseziel, wenn Sie amerikanischen Alltag, lokale Küche, College-Städte, Naturparks und kleinere Orte abseits der üblichen USA-Routen erleben möchten.
Kurze Fakten zu Indiana
| Kategorie | Information |
|---|---|
| Hauptstadt | Indianapolis |
| Größte Stadt | Indianapolis |
| Einwohnerzahl | Rund 6,9 Millionen |
| Fläche | Etwa 94.300 Quadratkilometer |
| Zeitzone | Überwiegend Eastern Time, Teile im Nordwesten und Südwesten Central Time |
| Spitzname | The Hoosier State |
| Aufnahme in die USA | 11. Dezember 1816 als 19. Bundesstaat |
| Höchster Punkt | Hoosier Hill, etwa 383 Meter |
| Bekannteste Sehenswürdigkeit | Indianapolis Motor Speedway und Indiana Dunes National Park |
Was Indiana besonders macht
Ein Bundesstaat mit überraschend vielen Gesichtern
Indiana wirkt auf der Karte kompakt, aber die Unterschiede zwischen den Regionen sind groß. Im Nordwesten berührt der Staat den Lake Michigan. Dort liegen Sandstrände, Dünen, Stahlwerke, Vororte von Chicago und einer der jüngsten Nationalparks der USA. Weiter östlich prägen Amish-Farmen, kleine Werkstätten, überdachte Brücken und stille Landstraßen das Bild. Zentral-Indiana gehört Indianapolis, dem politischen, wirtschaftlichen und sportlichen Zentrum des Staates. Im Süden wird die Landschaft hügeliger, waldreicher und historischer. Dort finden Sie Kalksteinhöhlen, Weinberge, Flussstädte und die Spuren der frühen amerikanischen Besiedlung.
Indiana ist kein Staat der grellen Kulissen. Die Stärken liegen in Details: ein Basketballspiel in einer Kleinstadthalle, ein Sonnenuntergang über den Dünen, eine Fahrt durch die Covered Bridge Country rund um Rockville, ein Abend in Bloomington mit Livemusik, ein Spaziergang durch die Architekturstadt Columbus oder ein Frühstück in einem Amish-Restaurant bei Shipshewana.
Gute Lage für Rundreisende
Indiana grenzt an Michigan, Ohio, Kentucky und Illinois. Chicago liegt direkt vor der nordwestlichen Staatsgrenze, Louisville südlich des Ohio River, Cincinnati nicht weit östlich. Dadurch eignet sich Indiana hervorragend als Verbindungsetappe auf größeren USA-Reisen. Besonders reizvoll sind Kombinationen mit:
- Chicago und Lake Michigan mit Indiana Dunes, Michigan City und South Bend
- Kentucky und Ohio River mit Madison, Corydon, Evansville und Louisville
- College Towns und Kultur mit Bloomington, West Lafayette, Muncie und Notre Dame
- Outdoor und Kleinstädte mit Brown County, Hoosier National Forest und Patoka Lake
Ein Blick in die Geschichte Indianas
Von indigenen Kulturen zur Grenzregion
Lange bevor Indiana Teil der USA wurde, lebten hier unter anderem Miami, Potawatomi, Shawnee, Delaware und andere indigene Gruppen. Flüsse wie der Wabash, White River und Ohio River dienten als Handelswege, Jagdgebiete und kulturelle Verbindungslinien. Der Name Indiana bedeutet sinngemäß „Land der Indianer“, spiegelt aber auch die koloniale Sichtweise seiner Zeit wider.
Im 18. Jahrhundert konkurrierten französische Händler, britische Interessen und später amerikanische Siedler um die Region. Vincennes im Südwesten zählt zu den ältesten europäischen Siedlungen im heutigen Indiana. Dort erinnert der George Rogers Clark National Historical Park an den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg im Westen und an die Einnahme von Fort Sackville im Jahr 1779.
Staatlichkeit, Kanäle, Eisenbahnen und Industrie
1816 trat Indiana als 19. Bundesstaat den Vereinigten Staaten bei. Die erste Hauptstadt war Corydon, heute ein lohnender historischer Stopp im Süden. Später wurde Indianapolis als zentral gelegene Planstadt zur Hauptstadt bestimmt. Im 19. Jahrhundert brachten Kanäle, Straßen und Eisenbahnen Wachstum. Landwirtschaft blieb wichtig, doch Städte wie Gary, South Bend, Fort Wayne und Indianapolis entwickelten sich zu Industriezentren.
South Bend wurde eng mit der Automarke Studebaker verbunden, Gary mit Stahl am Lake Michigan, Elkhart mit der Wohnmobilindustrie und Indianapolis mit Automobilbau und Motorsport. Die Geschichte Indianas ist daher auch eine Geschichte des amerikanischen Verkehrs: Pferdewagen, Eisenbahn, Automobile, Trucks, Wohnmobile und Rennwagen haben hier Spuren hinterlassen.
Lincoln, Basketball und moderne Identität
Abraham Lincoln verbrachte einen Teil seiner Jugend im Süden Indianas. Das Lincoln Boyhood National Memorial bei Lincoln City zeigt, wie hart das Leben der Siedlerfamilien war. Später wurde Basketball zu einem zentralen Identitätssymbol. In Indiana ist Highschool-Basketball mehr als Sport. Er gilt als Gemeinschaftsereignis, besonders in kleineren Städten. Der Film „Hoosiers“ machte diese Leidenschaft international bekannt.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
| Sehenswürdigkeit | Ort | Besonderheit |
|---|---|---|
| Indiana Dunes National Park | Chesterton, Porter, Beverly Shores | Sanddünen, Strände, Feuchtgebiete und Blick auf die Skyline von Chicago |
| Indianapolis Motor Speedway | Speedway bei Indianapolis | Heimat des Indianapolis 500 und Motorsportmuseum |
| Children’s Museum of Indianapolis | Indianapolis | Eines der größten Kindermuseen der Welt, auch für Erwachsene überraschend spannend |
| Brown County State Park | Nashville | Hügel, Wälder, Aussichtspunkte und Indianas schönste Herbstfarben |
| University of Notre Dame | South Bend | Campus mit Golden Dome, Basilica und Football-Tradition |
| Columbus Architecture Tour | Columbus | Moderne Architektur von Eero Saarinen, I. M. Pei und anderen |
| Marengo Cave | Marengo | Begehbare Tropfsteinhöhle im Süden Indianas |
| Parke County Covered Bridges | Rund um Rockville | Historische überdachte Brücken und ländliche Roadtrip-Strecken |
| New Harmony | Wabash River | Historische Utopie-Siedlung, Kunst, Gärten und ruhige Atmosphäre |
| French Lick und West Baden Springs | Orange County | Historische Kurhotels, Casino, Golf und nostalgische Bahnfahrten |
Die schönsten Städte in Indiana
| Stadt | Region | Warum sich ein Besuch lohnt |
|---|---|---|
| Indianapolis | Zentral-Indiana | Motorsport, Museen, Canal Walk, Sport, Restaurants und lebendige Stadtviertel |
| Fort Wayne | Nordost-Indiana | Familienfreundliche Museen, Zoo, Flussufer und gute Craft-Beer-Szene |
| South Bend | Nord-Indiana | Notre Dame, Studebaker-Geschichte und guter Ausgangspunkt für Amish Country |
| Bloomington | Südliches Zentral-Indiana | Universitätsstadt, Musik, internationale Küche, Nähe zu Wäldern und Seen |
| Evansville | Südwest-Indiana | Ohio River, Museen, Tropicana-Riverfront und Angel Mounds |
| West Lafayette | Wabash Valley | Purdue University, Campusleben und Nähe zum Prophetstown State Park |
| Michigan City | Lake Michigan | Strand, Leuchtturm, Outlet-Shopping und Zugang zu den Dünen |
| Columbus | Südost-Indiana | Außergewöhnliche moderne Architektur in kompakter Kleinstadtgröße |
| Madison | Ohio River | Historische Häuser, Flusspromenade, Clifty Falls State Park |
| Nashville | Brown County | Kunsthandwerk, Galerien, Waldlandschaft und gemütliche Gasthäuser |
Indianapolis: Hauptstadt, Rennsport und starke Viertel
Downtown zwischen Monument Circle und Canal Walk
Indianapolis ist eine der angenehmsten Großstädte im Mittleren Westen, weil viele Attraktionen nah beieinander liegen. Der Monument Circle bildet das klassische Zentrum. Von der Aussichtsplattform des Soldiers and Sailors Monument sehen Sie das rechtwinklige Straßennetz, die Hochhäuser und bei gutem Wetter weit über die Stadt hinaus.
Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der Canal Walk. Der Weg am Wasser eignet sich für einen Spaziergang, eine Runde mit dem Tretboot oder einen entspannten Nachmittag zwischen Museen und Cafés. Besonders sehenswert sind das Indiana State Museum, das Eiteljorg Museum of American Indians and Western Art und die NCAA Hall of Champions.
Speedway: Wo das Indianapolis 500 lebt
Der Indianapolis Motor Speedway liegt in der eigenständigen Stadt Speedway, westlich von Downtown. Die Dimensionen der Rennstrecke beeindrucken auch Besucher, die sonst wenig mit Motorsport anfangen können. Das Oval ist so groß, dass mehrere europäische Rennstrecken in das Areal passen würden. Das Indianapolis 500 am Memorial-Day-Wochenende Ende Mai zählt zu den großen Sportereignissen der USA.
Wenn kein Rennen stattfindet, lohnt sich eine Tour über das Gelände und ein Besuch des Museums, sobald es regulär geöffnet ist. Planen Sie für Renntage viel Zeit ein. Verkehr, Parkplätze und Hotelpreise verändern sich rund um das Indy 500 erheblich.
Viertel mit Charakter: Mass Ave, Fountain Square und Broad Ripple
Wer Indianapolis nur rund um Downtown besucht, verpasst die besten Abende. Mass Ave bietet Theater, Restaurants, Bars und kleine Geschäfte. Fountain Square südöstlich des Zentrums wirkt kreativer und etwas rauer. Dort finden Sie Livemusik, alte Bowlingbahnen, Vintage-Läden und gute Cocktailbars. Broad Ripple nördlich der Innenstadt ist beliebt für Kneipen, Cafés, den Monon Trail und entspannte Wochenenden.
Nord-Indiana: Dünen, Notre Dame und Amish Country
Indiana Dunes National Park am Lake Michigan
Der Indiana Dunes National Park schützt einen schmalen, aber erstaunlich vielfältigen Küstenstreifen am Südufer des Lake Michigan. Zwischen Gary, Portage, Porter und Michigan City treffen Sanddünen, Eichenwälder, Moore, Prärien, Strände und Industriepanoramen aufeinander. Genau dieser Kontrast macht den Park so ungewöhnlich. An klaren Tagen sehen Sie von den Stränden aus die Skyline von Chicago am Horizont.
Beliebte Zugänge sind West Beach, Porter Beach, Kemil Beach und Mount Baldy. Für Wanderer empfehlen sich der Dune Succession Trail, der Cowles Bog Trail und der Heron Rookery Trail. Im Sommer kommen viele Tagesgäste zum Baden. Im Frühling und Herbst ist der Park ruhiger, ideal für Wanderungen, Vogelbeobachtung und Fotografie.
South Bend und die University of Notre Dame
South Bend war lange eine Industriestadt, vor allem durch Studebaker. Heute mischen sich Industriegeschichte, College-Flair und neue Uferbereiche am St. Joseph River. Die University of Notre Dame liegt nördlich der Innenstadt und gehört zu den bekanntesten Universitäten der USA. Sehenswert sind der Golden Dome, die Basilica of the Sacred Heart, die Grotto of Our Lady of Lourdes und das Footballstadion.
Das Studebaker National Museum zeigt elegante Fahrzeuge, Kutschen und die Geschichte einer Marke, die South Bend prägte. Wenn Sie im Herbst reisen und College Football erleben möchten, sollten Sie Hotelzimmer früh buchen. Heimspiele von Notre Dame verändern die ganze Stadt.
Shipshewana, Middlebury und Nappanee: Amish Country in Indiana
Im Nordosten Indianas liegt eine der größten Amish- und Mennonite-Gemeinschaften der USA. Rund um Shipshewana, Middlebury, Goshen und Nappanee begegnen Ihnen Pferdekutschen, Farmstände, Möbelwerkstätten und Restaurants mit traditioneller Küche. Besonders bekannt ist der Shipshewana Flea Market, der saisonal an bestimmten Wochentagen stattfindet.
Reisen Sie respektvoll. Fotografieren Sie Amish-Personen nicht frontal ohne Zustimmung. Fahren Sie auf Landstraßen langsam und halten Sie Abstand zu Pferdekutschen. Gute Stopps sind Menno-Hof in Shipshewana, die Heritage Trail Driving Route, Das Dutchman Essenhaus in Middlebury und Amish Acres in Nappanee, soweit saisonal geöffnet.
Süd-Indiana: Hügel, Höhlen und Flussstädte
Brown County und Nashville: Indianas Waldseite
Brown County südlich von Indianapolis fühlt sich anders an als der flache Norden. Die Hügel sind bewaldet, die Straßen kurvenreicher, die kleinen Orte gemütlicher. Der Brown County State Park ist besonders im Oktober beliebt, wenn Ahorn, Eiche und Hickory ihre Farben wechseln. Aussichtspunkte wie Hesitation Point bieten weite Blicke über die bewaldeten Höhen.
Nashville ist das touristische Zentrum der Region. Der Ort ist bekannt für Galerien, Töpfereien, kleine Läden und Gasthäuser. Unter der Woche wirkt Nashville deutlich entspannter als an Herbstwochenenden. Wer Ruhe sucht, übernachtet außerhalb oder besucht den Ort morgens.
Höhlenwelt: Marengo Cave, Bluespring Caverns und Squire Boone Caverns
Der Süden Indianas besteht vielerorts aus Kalkstein. Dadurch entstanden Höhlen, unterirdische Flüsse und Karstlandschaften. Die Marengo Cave ist ein National Natural Landmark und lässt sich auf geführten Touren besuchen. Bluespring Caverns bei Bedford bietet Bootstouren auf einem unterirdischen Fluss. Squire Boone Caverns nahe Mauckport verbindet Tropfsteine mit Pioniergeschichte.
Die Höhlen sind besonders angenehm an heißen Sommertagen, weil die Temperaturen unter der Erde konstant kühl bleiben. Nehmen Sie auch im Juli eine leichte Jacke mit und tragen Sie Schuhe mit gutem Profil.
Madison, Corydon und New Harmony
Madison am Ohio River gehört zu den schönsten historischen Kleinstädten Indianas. Viele Häuser stammen aus dem 19. Jahrhundert, die Main Street ist gut erhalten, und der nahe Clifty Falls State Park bietet Schluchten, Wasserfälle und Wanderwege. Besonders stimmungsvoll ist Madison am frühen Abend, wenn die Sonne über dem Fluss sinkt.
Corydon war die erste Hauptstadt Indianas. Das Old State Capitol und die historischen Gebäude machen den Ort zu einem kompakten Geschichtsstopp auf dem Weg nach Louisville oder in den Hoosier National Forest. New Harmony weiter westlich ist leiser, fast meditativ. Die Stadt wurde im 19. Jahrhundert als religiöse und später als utopische Gemeinschaft bekannt. Heute locken Gärten, Architektur, kleine Museen und eine Atmosphäre, die gut zu langsamen Reisetagen passt.
Nationalparks, Naturwunder und Landschaften
Indiana Dunes: Der Nationalpark mit Sand, See und Prärie
Indiana besitzt mit dem Indiana Dunes National Park einen offiziellen Nationalpark. Er ist kein riesiges Wildnisgebiet wie Yellowstone, sondern ein Mosaik aus geschützten Zonen, Wohnorten, Bahngleisen und Industrieflächen. Gerade deshalb zeigt er eindrucksvoll, wie wertvoll kleine Naturräume in dicht genutzten Regionen sind.
Für einen ersten Besuch planen Sie West Beach oder den Dune Succession Trail ein. Wer länger bleibt, kombiniert Strandzeit mit dem Cowles Bog Trail. Die Wanderung führt durch Feuchtgebiete, Wald und Dünen bis zum See. Im Winter wirken die Strände rau, windig und fotogen. Eisschollen am Lake Michigan können spektakulär aussehen, sollten aber niemals betreten werden.
State Parks mit Charakter
Indiana hat ein starkes Netz an State Parks. Viele bieten Wanderwege, Campingplätze, Seen, historische Gebäude und einfache Lodges. Besonders lohnend sind:
- Turkey Run State Park bei Marshall mit Sandsteinschluchten, Leitern, Bachläufen und Hängebrücke.
- Shades State Park südlich von Crawfordsville, etwas ruhiger als Turkey Run und ideal für Wanderer.
- Clifty Falls State Park bei Madison mit Wasserfällen, Canyons und Blicken ins Ohio River Valley.
- Pokagon State Park bei Angola mit Seenlandschaft, Toboggan Run im Winter und Potawatomi Inn.
- McCormick’s Creek State Park bei Spencer, Indianas erster State Park, mit Canyon, Wasserfall und Waldwegen.
- Spring Mill State Park bei Mitchell mit Pionierdorf, Höhle und Karstquellen.
Seen, Wälder und stille Wasserlandschaften
Der Hoosier National Forest bedeckt große Teile Süd-Indianas und eignet sich für Wanderungen, Reitausflüge, Camping und ruhige Nebenstraßen. Besonders schön sind die Bereiche rund um Lake Monroe, den größten See des Staates, und Patoka Lake weiter südlich. Beide Seen sind beliebte Ziele für Bootfahren, Angeln, Kajak und Wochenendtrips.
Im Norden liegen natürliche Seen wie Lake Wawasee, Lake James und die Seen im Chain O’Lakes State Park. Diese Region ist in den Sommermonaten bei Familien, Bootsfahrern und Anglern beliebt. Wer nicht campen möchte, findet Ferienhäuser, kleine Resorts und klassische Motels.
Klima und beste Reisezeit
Indiana hat ein kontinentales Klima mit warmen Sommern, kalten Wintern und wechselhaften Übergangszeiten. Die Nähe zum Lake Michigan beeinflusst besonders den Norden. Dort kann es im Winter zu kräftigem Lake-Effect-Schneefall kommen. Im Süden sind Frühling und Herbst oft milder, die Sommer aber schwüler.
| Jahreszeit | Typische Temperaturen | Reiseempfehlung |
|---|---|---|
| Frühling, März bis Mai | Etwa 8 bis 24 Grad, wechselhaft | Gute Zeit für Städte, Blüte, Wanderungen. Im April und Mai sind Gewitter möglich. |
| Sommer, Juni bis August | Etwa 22 bis 32 Grad, oft schwül | Ideal für Seen, Strände, Festivals und Camping. Früh starten bei Wanderungen. |
| Herbst, September bis November | Etwa 7 bis 26 Grad | Beste Zeit für Roadtrips, Brown County, Covered Bridges und Stadtbesuche. |
| Winter, Dezember bis Februar | Etwa minus 8 bis 6 Grad | Gut für Museen, Sportevents und ruhige Reisen. Im Norden Schnee und glatte Straßen einplanen. |
Die angenehmsten Reisemonate
Für die meisten Rundreisen eignen sich Mai, Juni, September und Oktober besonders gut. Mai bringt grüne Landschaften und angenehme Temperaturen. Juni ist warm, aber noch nicht ganz so schwül wie Juli und August. September bietet stabile Reisetage, Erntezeit und weniger Andrang an Seen. Oktober ist ideal für Brown County, Parke County und die Wälder im Süden.
Wenn Sie das Indianapolis 500 erleben möchten, reisen Sie Ende Mai. Für Strandtage an den Indiana Dunes sind Juli und August am verlässlichsten, allerdings auch voller. Wer günstiger reisen möchte, findet im Winter und frühen Frühjahr oft niedrigere Hotelpreise, muss aber mit grauem Wetter rechnen.
Die schönsten Regionen des Bundesstaates
Lake Michigan Region: Strand, Industrie und Nationalpark
Die Nordwest-Ecke Indianas ist eine der ungewöhnlichsten Küstenlandschaften der USA. Zwischen Gary, Hammond, Portage, Chesterton und Michigan City wechseln sich Badestrände, Dünen, Feuchtgebiete, Stahlwerke und Bahnlinien ab. Besonders für Reisende ab Chicago ist diese Region leicht erreichbar. Chesterton eignet sich als angenehme Basis für den Nationalpark.
Amish Country und Heritage Trail
Elkhart County und LaGrange County zeigen Indiana von einer ruhigen, ländlichen Seite. Die Heritage Trail Route führt durch Orte wie Elkhart, Goshen, Middlebury, Shipshewana, Bristol und Nappanee. Planen Sie Zeit für Werkstätten, Bäckereien und Farmshops ein. Sonntags sind viele Amish-Betriebe geschlossen.
Wabash Valley und Covered Bridge Country
Rund um Terre Haute, Rockville und den Wabash River erleben Sie Indiana als Land der alten Brücken, Maisfelder und Flusslandschaften. Parke County bezeichnet sich als Covered Bridge Capital of the World. Im Oktober findet dort ein großes Covered Bridge Festival statt. Dann wird es voll, aber die Stimmung ist sehr lokal und authentisch.
Southern Hills und Ohio River
Der Süden zwischen Bloomington, French Lick, Corydon, Madison und Evansville ist die landschaftlich abwechslungsreichste Region des Staates. Hier finden Sie Wälder, Höhlen, Weinrouten, historische Orte und Flussblicke. Für Roadtrips ist diese Gegend besonders reizvoll, weil viele Nebenstraßen durch kleine Täler und über bewaldete Höhen führen.
Beliebte Roadtrip-Routen durch Indiana
Lake Michigan bis Indianapolis
Diese Route eignet sich für Reisende, die in Chicago landen. Fahren Sie über Hammond oder Gary zu den Indiana Dunes, übernachten Sie in Chesterton oder Michigan City und setzen Sie Ihre Reise über South Bend und Notre Dame nach Indianapolis fort. Unterwegs lohnen Stopps in Valparaiso, Plymouth oder im Amish Country, wenn Sie einen Schlenker nach Osten einbauen.
Historischer Süden am Ohio River
Von Madison führt eine schöne Strecke entlang oder nahe dem Ohio River über Vevay, Corydon, New Albany, Leavenworth und weiter Richtung Evansville. Die Route passt gut zu Reisenden, die Louisville, Bourbon Country in Kentucky oder Cincinnati einbinden möchten. Besonders stimmungsvoll sind die Abschnitte nahe Madison und die kleinen Straßen durch den Hoosier National Forest.
Herbstroute durch Wälder und Brücken
Im Oktober lohnt eine Route von Indianapolis nach Turkey Run State Park, weiter nach Rockville und Parke County, dann südlich über Bloomington nach Brown County. Diese Strecke kombiniert Schluchten, Brücken, College-Flair, Laubfarben und kleine Orte. Buchen Sie Wochenenden früh, denn Brown County ist im Herbst stark nachgefragt.
Die beste Route für eine Rundreise durch Indiana
Für eine erste Indiana-Reise empfehle ich eine zehn- bis zwölftägige Rundreise, die am besten in Chicago oder Indianapolis beginnt. Sie verbindet Nationalpark, College-Städte, Hauptstadt, Wälder, Höhlen, Flussgeschichte und Amish Country, ohne jeden Tag zu lange Fahrzeiten zu erzwingen.
| Tag | Station | Empfehlungen |
|---|---|---|
| 1 | Chicago oder Indianapolis Ankunft | Bei Ankunft in Chicago direkt Richtung Indiana Dunes fahren oder eine Nacht in der Stadt bleiben. |
| 2 | Indiana Dunes National Park | Dune Succession Trail, West Beach, Sonnenuntergang am Lake Michigan, Übernachtung in Chesterton oder Michigan City. |
| 3 | South Bend und Notre Dame | Campusbesuch, Studebaker National Museum, Abend am St. Joseph River. |
| 4 | Amish Country | Shipshewana, Middlebury, Heritage Trail, Amish-Restaurant, Übernachtung in Goshen oder Shipshewana. |
| 5 | Fort Wayne oder West Lafayette | Fort Wayne Children’s Zoo oder Purdue Campus, je nach Interesse. Weiterfahrt nach Indianapolis möglich. |
| 6 und 7 | Indianapolis | Monument Circle, Canal Walk, Eiteljorg Museum, Mass Ave, Indianapolis Motor Speedway. |
| 8 | Turkey Run State Park und Parke County | Wanderung durch Schluchten, Covered Bridges bei Rockville, Übernachtung in Terre Haute oder Crawfordsville. |
| 9 | Bloomington und Lake Monroe | Indiana University Campus, Restaurants, Wanderung oder Bootstour am See. |
| 10 | Brown County und Nashville | Brown County State Park, Galerien, lokale Geschäfte, Übernachtung in Lodge oder Cabin. |
| 11 | Columbus und Madison | Architekturtour in Columbus, Weiterfahrt nach Madison, Spaziergang am Ohio River. |
| 12 | Rückfahrt oder Verlängerung | Optionen: Louisville, Cincinnati, Hoosier National Forest, French Lick oder Evansville. |
Praktische Tipps für diese Route
Starten Sie morgens früh in den Naturparks, besonders im Sommer. In den Indiana Dunes füllen sich Parkplätze an schönen Wochenenden schnell. Für Indianapolis reichen zwei volle Tage, wenn Sie keine Sportveranstaltung besuchen. Mit einem Spiel der Pacers, Colts, Indians oder einem Event am Speedway kann sich ein dritter Tag lohnen.
Wenn Sie im Oktober reisen, drehen Sie die Route so, dass Brown County unter der Woche liegt. Am Wochenende sind Nashville und der State Park stark besucht. Für eine ruhigere Variante ersetzen Sie Brown County durch McCormick’s Creek State Park und Spring Mill State Park.
Freizeitmöglichkeiten und Outdoor-Aktivitäten
Wandern mit überraschender Vielfalt
Indiana ist kein Bergstaat, doch Wanderer finden viele lohnende Wege. Turkey Run und Shades bieten Schluchten, Felsen und Bachquerungen. Brown County bringt Höhenmeter und weite Waldblicke. Im Indiana Dunes National Park wandern Sie durch Sand, Prärie und Wald. Im Hoosier National Forest gibt es längere Trails wie den Hemlock Cliffs Trail oder Abschnitte des Knobstone Trail, der als einer der anspruchsvolleren Fernwanderwege Indianas gilt.
Radfahren auf Rails-to-Trails-Strecken
Der Monon Trail in Indianapolis und Carmel gehört zu den besten urbanen Radwegen des Staates. Er verbindet Stadtviertel, Brauereien, Parks und Vororte. Der Cardinal Greenway bei Muncie ist eine längere Strecke auf einer ehemaligen Bahntrasse. In Nord-Indiana bieten ländliche Straßen um Amish Country schöne Routen, allerdings sollten Sie wegen Kutschen, schmaler Seitenstreifen und landwirtschaftlichem Verkehr aufmerksam fahren.
Wasser, Angeln und Paddeln
Lake Monroe, Patoka Lake, Lake Wawasee, Geist Reservoir, Morse Reservoir und Brookville Lake sind beliebte Ziele für Bootfahren, Stand-up-Paddling, Kajak und Angeln. Auf dem Blue River im Süden können Sie Kanutouren unternehmen. Auch der White River in Indianapolis und der St. Joseph River bei South Bend werden zunehmend für Freizeitangebote genutzt.
Kultur, Traditionen und Veranstaltungen
Sport als gemeinsamer Nenner
Sport prägt Indiana stark. Das Indianapolis 500 ist das bekannteste Ereignis, aber Basketball sitzt tiefer im Alltag. College-Basketball bei Indiana University in Bloomington oder Purdue in West Lafayette kann ein intensiveres Erlebnis sein als ein Profispiel, weil die Hallen laut, emotional und traditionsbewusst sind. In Indianapolis spielen die Colts in der NFL und die Pacers in der NBA.
Festivals mit lokalem Charakter
Indiana feiert gerne regional. Das Covered Bridge Festival in Parke County zieht im Oktober viele Besucher an. In Indianapolis finden das Indy 500 Festival, die Indiana State Fair und zahlreiche Kulturveranstaltungen statt. Das Lotus World Music and Arts Festival in Bloomington bringt internationale Musik in die Universitätsstadt. In Marshall County erinnert das Blueberry Festival in Plymouth an eine typisch amerikanische Mischung aus Parade, Essen, Musik und Familienprogramm.
Architektur, Kunst und Musik
Columbus ist für Architekturfreunde ein Pflichtstopp. Kaum eine Kleinstadt in den USA besitzt eine so hohe Dichte an moderner Architektur. Möglich wurde das durch Förderprogramme der Cummins Foundation. Sehenswert sind unter anderem die North Christian Church, First Christian Church, Irwin Conference Center und die Miller House and Garden, die Sie nach Voranmeldung besichtigen können.
Bloomington bietet eine lebendige Musik- und Theaterszene. Indianapolis punktet mit dem Indianapolis Museum of Art at Newfields, dem Eiteljorg Museum und Murals in Stadtvierteln wie Fountain Square. Fort Wayne und South Bend haben kleinere, aber wachsende Kulturszenen.
Kulinarische Spezialitäten in Indiana
Was Sie probieren sollten
Indiana kocht bodenständig, sättigend und regional geprägt. Die bekannteste Spezialität ist das breaded pork tenderloin sandwich. Dabei wird ein Schweineschnitzel paniert, sehr flach geklopft und in einem Brötchen serviert, oft deutlich größer als das Brötchen selbst. Gute Varianten finden Sie in Diners, kleinen Tavernen und klassischen Familienrestaurants im ganzen Staat.
Ebenfalls typisch sind Sugar Cream Pie, Persimmon Pudding im Süden, Maisgerichte, fried chicken, catfish am Ohio River und Amish-Backwaren im Norden. In Indianapolis, Bloomington und Fort Wayne finden Sie außerdem eine gute Auswahl internationaler Küchen, von mexikanisch und vietnamesisch bis indisch, koreanisch und nahöstlich.
Regionale Genussstopps
- St. Elmo Steak House in Indianapolis ist bekannt für seinen scharfen Shrimp Cocktail.
- Das Dutchman Essenhaus in Middlebury serviert Amish-inspirierte Hausmannskost und Kuchen.
- Nick’s English Hut in Bloomington ist eine Institution nahe dem Indiana University Campus.
- Upland Brewing in Bloomington und Indianapolis steht für Craft Beer aus Indiana.
- Hinkle’s Sandwich Shop in Madison bietet klassische Diner-Atmosphäre.
Wein spielt vor allem im Süden eine Rolle. Die Indiana Uplands AVA umfasst Weingüter rund um Bloomington, Nashville, French Lick und den Hoosier National Forest. Erwarten Sie keine Napa-Inszenierung, sondern kleine Betriebe mit lokaler Atmosphäre.
Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze
Wo Sie am besten übernachten
Indianapolis bietet die größte Auswahl: Businesshotels Downtown, Boutiquehotels an Mass Ave, günstigere Kettenhotels entlang der Interstate 465 und Apartments in Stadtvierteln. Für Besucher ohne Auto ist Downtown praktisch. Mit Mietwagen sind Broad Ripple, Keystone und Fountain Square ebenfalls interessant.
An den Indiana Dunes eignen sich Chesterton, Porter, Portage und Michigan City als Basis. In der Hochsaison steigen die Preise, besonders an Wochenenden. South Bend ist an Notre-Dame-Football-Wochenenden teuer und früh ausgebucht. In Brown County sind Cabins, Lodges und Ferienhäuser sehr gefragt, vor allem im Oktober.
Besondere Unterkünfte
Für eine Reise mit Charakter lohnen historische Hotels wie das


